Wie es zu diesem Blog kam

Als ich vor ein einigen Jahren meine alte Nähmaschine aus dem Kellerversteck hervorholte, wollte ich endlich wieder etwas tun, bei dem mir keiner dazwischenfunkt, mich niemand ablenkt und keiner reinredet.

Ich wollte mir etwas Eigenes ausdenken und umsetzen, ganz allein, mich freuen und stolz sein auf das Ergebnis. Kennst du dieses Gefühl?

Von der Nähmaschine zum Blog

Einmal wieder Kind sein, vor Begeisterung glühen und hüpfen vor Freude. So entdeckte ich sie wieder, meine Leidenschaft für schöne Stoffe, für Farben, Formen und Design. Und ich bin so froh darüber! Diesen Blog würde es ohne meine alte Nähmaschine nicht geben, denn sie war der Ausgangspunkt dafür, dass ich ein altes Hobby wiederentdeckt, weiterentwickelt und schließlich etwas ganz Neues daraus gemacht habe. Daher kann ich Dir nur raten: besinn dich auf das, was du wirklich gerne tust – und dann tu es, fang einfach an! Alles weitere entwickelt sich.

Die ersten Reaktionen von außen waren zum Teil alles andere als aufbauend, als ich damit begann, meine selbstgenähten Produkte online zum Verkauf anzubieten: Da gab es die belächelnde, etwas skeptische und befremdliche Frage einer Freundin, warum ich denn selber nähe, es gäbe doch alles fertig zu kaufen.

Dann später, als die Idee mit dem Verkauf meiner Produkte Realität angenommen hatte, eine Bemerkung, ganz nebenbei dahingeworfen „Ach, das ist ja schön! Aber reich werden kannst du damit nicht.“ Oder die Warnung, auf keinen Fall etwas zum Verkauf anzubieten, das nicht absolut perfekt sei, sonst blamiere man sich nur. Auch Aussprüche wie „Das machen doch schon so viele“ oder „Das muss man sich aber auch leisten können“ gehören in diese Stil-Kategorie.

Handmade contra Massenware

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen, mein eigener Shop und meine Täschchen sind nach wie vor beliebt, der DIY-Markt boomt und handgefertigte Produkte von hoher Qualität werden mehr und mehr geschätzt. Nach Etsy und Dawanda, den größten Verkaufsplattformen für Handgemachtes abseits der Massenware, hat jetzt auch Amazon seinen Plattform eingerichtet – und wenn Jeff Bezos (Amazon-Gründer) in diesen Markt investiert, dann kann ich mit meinem Gefühl nicht ganz falsch liegen, auf dem richtigen Weg zu sein…

Aber was ist passiert? Woran liegt es, dass trotz Überangebot an Waren und trotz der Möglichkeit, schnell, einfach und billig alles kaufen zu können die Nachfrage nach handgemachten Produkten steigt? Und nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot, weil es immer mehr Menschen gibt, die die Freude am Selbermachen wiederentdeckt haben, die sich mit Leidenschaft und großem zeitlichen Einsatz in ihre kreativen Projekte stürzen und am liebsten von dieser Arbeit leben würden?

Anscheinend sucht insgeheim jeder Handmader endlich wieder etwas, das nur mit ihm selbst zu tun hat. Oder diese große Gruppe von Menschen will einfach wieder selbst bestimmen, was sie macht, ohne Druck von außen, und endlich wieder das Gefühl haben, etwas eigenes geschafft und geschaffen zu haben.

Das Schöne daran ist, dass es auch viele Menschen gibt, die das toll finden und sich richtig freuen, wenn sie von Mensch zu Mensch einkaufen. Es hat sicher seine Gründe, dass Dawanda (die führende deutsche Plattform für Handgemachtes) 6,2 Mio. Mitglieder hat und 1 Mio. Facebook-Fans. Jede Minute wird dort eine Tasche gekauft und alle 20 Sekunden ein Schmuckstück (Quelle: Dawanda).

Gemeinsame Wertvorstellungen

In zahlreichen persönlichen Gesprächen mit Kunden und Verkäufern auf diversen Messen, Ausstellungen und Kunsthandwerkermärkten sind mir in den letzten Jahren einige ähnliche Äußerungen immer wieder aufgefallen, gemeinsame Wertvorstellungen bildeten sich heraus, auch Probleme seitens der Verkäufer wiederholten sich.

So sind Interessenten und Kunden immer begeistert von der Individualität des Produkts, der deutlich erkennbaren Abgrenzung von Massenware und der persönlichen Note, die durch das einzelne individuelle Gespräch noch unterstrichen wurde. Gleichzeitig war aber auch immer eine leichte Zurückhaltung und Skepsis zu spüren, wenn das Verkaufsgespräch seinen Anfang nahm.

Die Hersteller und Anbieter der Handmade-Produkte waren alle hochmotiviert und von ihren Produkten überzeugt, beherrschten ihr Handwerk und erzählten mit großer Begeisterung von ihrer Arbeit, ihren individuellen Ideen, ihrem Werdegang, und auch von ihren Problemen.

Vertrauen und Transparenz

Um dem Kunden seine Skepsis zu nehmen, ist immer sehr viel Einfühlungsvermögen gefragt, doch wenn das Vertrauen erst einmal aufgebaut ist, steht dem Verkauf nichts mehr im Wege.

Wenn auf Dauer der Handmade-Markt bestehen bleiben soll, ist es notwendig, dass die Hersteller dieser besonderen Produkte für ihr Angebot ansprechend und fair bezahlt werden, dass die Hersteller genügend Kunden finden und dass zwischen Kunde und Hersteller ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann.

Kunde und Hersteller müssen sich wohl fühlen beim Kaufen und Verkaufen: Ehrlicher und sorgsamer Umgang miteinander schafft Vertrauen, Vertrauen erzeugt ein gutes Gefühl. Und darum geht es letztendlich doch, denn kein Kunde will das Gefühl haben, sich falsch entschieden und sein Geld fehlinvestiert zu haben. Und kein Hersteller/Verkäufer (für selbst erdachte und hergestellte Produkte) will das Gefühl haben, seinen Kunden getäuscht zu haben.

Wir sind doch alle schon genug getäuscht und massiv enttäuscht worden, man denke nur an den letzten Skandal des großen deutschen Autoherstellers, die abgebrannten Textilfabriken in Bangladesh oder die nebulösen Bankermethoden vor einigen Jahren. Lasst es uns einfach besser machen, indem wir anders sind, nämlich ehrlich, offen und transparent.

Kooperation statt Konkurrenz

Menschen brauchen Menschen, brauchen eine Gemeinschaft, in der sie sich wohl fühlen, gegenseitig unterstützen und helfen, damit sie erreichen können, was sie sich vorgenommen haben, damit ihre Wünsche wahr werden können. Was sie nicht brauchen, sind Menschen, die gegeneinander konkurrieren, sich untereinander ausspielen oder voller Neid und Missgunst den anderen beobachten und nur ausnutzen, um von deren Leistung zu profitieren. Auf diesem Blog soll eine Gemeinschaft entstehen von Menschen, die sich füreinander interessieren.

Profil vor Produkt

Auf diesem Blog steht der Mensch im Vordergrund. Verkaufsplattformen, auf denen das Produkt selbst im Vordergrund steht, sind im Internet bereits zahlreich vorhanden. Mir ist es wichtig, dass Menschen das tun und von dem leben können, was ihnen Freude bereitet, was sie am besten können und am meisten lieben.

Entscheide Dich für das, was Du leidenschaftlich gerne tust, und sei offen für Veränderungen – das ist Deine Chance.

Dank der digitalen Technik stehen uns heute Möglichkeiten offen, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Wir sollten sie nutzen …

 

Rita

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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Rita,

    ein schöner Artikel, gefällt mir!

    Zwar bin ich kein Spezialist für dein Thema. Doch mir gefallen deine Leidenschaft, deine Mission und dein Schreibstil. Und Verkaufen von Mensch zu Mensch finde ich einfach sympathisch.

    Viele liebe Grüße

    Axel

    1. Danke, Axel, für deinen lieben und aufbauenden Kommentar – den ersten hier überhaupt 🙂
      Es freut mich sehr, dass meine wesentliche Aussage angekommen ist, das macht Mut.

      Liebe Grüße
      Rita

      1. Hallo Rita,

        ich freue mich, dass ich zum ersten Mal der allererste Kommentator bin in einem Blog. Er lässt sich vielversprechend an und ich wpnsche dir damit alles Gute!

        Liebe Grüße

        Axel

  2. Liebe Rita,
    wie heißt es so schön, „Was von ♥ kommt, geht zu ♥.“ Deine Worte gehen zu ♥ und Deine Produkte, die ich leider noch nicht persönlich kenne, offensichtlich auch! 🙂 Ich glaube, der Grund ist, dass die Menschen wieder immer mehr etwas Persönliches wollen, und etwas, das Seele hat… Wenn jemand etwas mit so viel Liebe, Leidenschaft und Begeisterung macht, ist das auch im Produkt spürbar.

    ♥lichen Dank für Deine ansteckende, bestärkende und inspirierende Be-geist-erung!
    Mach´ bitte weiter so!! 🙂

    Viel Freude & Erfolg weiterhin wünscht Dir von ♥
    Sabine

    1. Liebe Sabine,

      vielen Dank für deine herzlichen Worte! Ich sehe es genauso, nur mit ehrlicher, persönlicher Note erkennen wir wieder, worauf es wirklich ankommt.

      Herzliche Grüße und auch dir viel Erfolg,
      Rita

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